„Mit Liebe in die Zukunft“. Der 19. Karlsruher Integrationspreis geht an Edwin Feser

Edwin Feser - Integrationspreisträger 2015Mit einem Integrationspreis würdigte das internationale Begegnungszentrum Karlsruhe am 23. April 2015 im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses die Integrationarbeit von Edwin Feser, der als Sozialpädagoge mit einem besonderen pädagogischen Ansatz, Kreativität, Geduld und sozialem Engagement

bereits seit den 1990-en Jahren einen Zugang zu vielen Jugendlichen finden konnte. Die meisten von ihnen waren Spätaussiedler aus der ehemaligen UdSSR und damals erst kurz in Deutschland und hatten Probleme sich in der neuen Heimat und in den neuen Strukturen zu orientieren. Neben Sprachbarrieren waren die fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft und mangelnde Motivation die größten Probleme der Jugendlichen.
„Mir war damals bewusst, dass diese jungen Leute erst mal mit sich selber klar kommen sollten und dabei noch lernen, ihr Leben und ihre Zukunft selbst zu gestalten. Am meisten litten sie an der ungeklärten Selbstidentifikation. In ihrem Geburtsland waren sie Deutsche, hier war diese Wahrnehmung plötzlich eine ganz andere“, erinnert sich Edwin Feser an diese spannende Zeit.
Mit Bildungsangeboten und über viele Freizeitveranstaltungen konnte er relativ schnell Vertrauen zu Kindern und Jugendlichen aufbauen. Miteinander wurden Pläne entwickelt, wie sie ihr Leben aktiv gestalten könnten. So entstand 2001 die Idee, ein altes osteuropäisches Wurfspiel zu spielen, das in Deutschland damals noch gänzlich unbekannt war. Vom Gorodki-Spiel wurde die Gruppe um Edwin Feser gepackt. Schnell wurde ein praktikabler Ansatz gefunden, dieses alte Spiel so zu modernisieren, dass es für verschiedene Zielgruppen und die hiesigen Strukturen attraktiv wurde. Daraus wurde Euro-Gorodki entwickelt - eine Spielvariante, die mittlerweile nicht nur in Karlsruhe sondern sowohl deutschlandweit als auch international bekannt ist. In einigen deutschen Sportvereinen sind bereits Gorodkiabteilungen entstanden. Nicht nur lokal, auch bundesweit werden Turniere und internationale Meisterschaften ausgetragen.
„Ein Spiel aus einer anderen Kultur, das Migranten mitgebracht haben und hier etablieren konnten, hat unsere Gesellschaft bereichert“, stellte der Vorsitzende des Stadtjugendausschusses Dr. Philipp Wendy in seiner Laudatio für Edwin Feser fest. „Dieser Prozess wiederum hat vielen Jugendlichen bei ihrer Identitätsfindung geholfen. Sie konnten ihre Kreativität zeigen und ihre Stärken ausleben. Dafür möchten wir uns beim Edwin Feser herzlich bedanken.“
Das Gorodki-Spiel wurde für Edwin Feser nach vielen Jahren aus einem Integrationsprojekt zu einer Berufung. Mittlerweile wird er nicht nur als ausgewiesener Experte für den Gorodkisport, sondern auch für kreative Ideen zur Integration und Jugendarbeit angefragt.
„Ich habe für das Gorodkispiel meine Liebe entdeckt, die mich hoffentlich noch viele Jahre begleiten wird und die ich sehr gerne mit anderen teilen möchte. Mit dieser Liebe schau ich gerne in die Zukunft“, so das Fazit und Lebensmotto von Edwin Feser.