Mit Freude und Spaß am Lernen

„Einen an der Lernlust beteiligten Stoff im Gehirn konnten Gehirnforscher inzwischen entdecken. Es ist das Molekül Dopamin, das hauptsächlich für positive Gefühle und die Lernfähigkeit verantwortlich ist.

Dopamin ist an der Steuerung der Wachheit und der Lenkung der Aufmerksamkeit beteiligt. Es wird immer dann im Gehirn ausgeschüttet, wenn der Mensch etwas erreichen will. Deswegen wird es oft das Molekül des "Wollens" genannt“, erzählt Tetiana Shvaiba - junge Studentin aus Schwäbisch Gmünd bei der Begründung ihrer Idee, das Spiel Gorodki mit dem Mathematikunterricht zu verbinden. „Das basiert sich an einem einfachen pädagogischen Konzept – Mathematik spielerisch zu vermitteln“, klärt sie weiter. Die angehende Mathematik-Lehrerin war überzeugt, dass es ihr gelingt, Schülerinnen und Schülern das mathematisches Denken und räumliches Wahrnehmen über das Gorodki Spiel zu fördern.
Sie selbst hat Gorodki für sich erst vor einigen Monaten entdeckt, als sie ihre Freundin zum Training auf dem Gorodki Spielplatz in Schwäbisch Gmünd begleitete. „Nach dem ich es selbst zum ersten Mal gespielt habe, war mir schnell klar, dass dieses Sportspiel bei einer einfachen Spielidee sehr hohe Anforderungen an die Spieler stellt. Es hat auch sehr viel mit dem strategischen Denken und der optischen Wahrnehmung zu tun“, erinnert sich Tetiana an ihre erste Erfahrungen mit Gorodki. Seitdem übt sie regelmäßig den richtigen Umgang mit dem Wurfstab und wollte das Spiel auch bei ihrem Studium an der pädagogischen Hochschule nutzen. Im Rahmen einer Zulassungsarbeit im Fach Mathematik hat sie am 17. Januar 2015 mit Unterstützung ihrer Trainingspartnern aus dem Verein eine Veranstaltung organisiert, an der Schülerinnen und Schüler das Gorodkispiel kennenlernen und ausprobieren konnten. Mit dem Ziel das Vorstellungsvermögen der Schülerinnen und Schüler zu fördern, wurde das Spiel von der Studentin etwas verändert und an das Thema „räumliches Denken“ angepasst. Statt 16 üblichen Spielfigurenabbildungen gab es 40, die zum Teil optische Täuschungen imitieren sollten. Über 50 Kinder der 3.- 6. Klassen samt ihren Lehrern hatten an der Aktion teilgenommen. Sie dürften vorgeschlagene Spielfiguren aufbauen und ausspielen sowie neue eigene Varianten erfinden. 
Wie viele Dopamin-Moleküle bei den Schülerinnen und Schüler an dem Spieltag ausgeschüttet wurde, konnte man nicht wirklich feststellen, doch mit großer Begeisterung und dem Neugier hatten die meisten Kinder sichtlich sehr viel Spaß bei der Aktion. Dies bestätigte auch die anschießende Bewertung. 98% der SchülerInnen bewerteten das Spiel mit „sehr gut“, 2% mit “es geht“.
„Die ausgewerteten Ergebnisse sprechen eindeutig für den Einsatz des Spiels auch in der Schule im Fächerverbund Mathematik-Sport. Meine Vermutungen haben sich bestätigt. Außer den fachlichen Zielen der Mathematik im Bereich Raum und Form werden auch überfachliche Ziele, wie Wecken vom Interesse zu Mathematik mit dem Einsatz des Gorodkispiels im Unterricht erfüllt“, freute sich am Ende der Aktion die Lehramtsstudentin und Gorodkispielerin Tetiana Shvaiba.