Integration in den Verein durch eine neue Sportart. Gorodki-Forum 2014

„Seit letztem Jahr haben wir bereits einige Veranstaltungen gemeinsam mit unserer neuen Gorodki-Abteilung erfolgreich umgesetzt und werden auch weiterhin gut zusammen arbeiten, da bin ich sehr zuversichtlich“. Das teilte Armin Wagner, Vorsitzender des FV Grünwinkel 1910 e. V., bei seiner Begrüßung der zahlreichen Gästen des Internationalen Gorodki-Forums in Karlsruhe mit.
Vorstand des Fußballvereins wünscht sich, dass sich noch mehr Interessenten der Gorodki-Abteilung anschließen und auch an Turnieren teilnehmen. „Ich möchte selbst gerne beim nächsten Gorodki-Forum aktiv mitspielen, “ kündigte er vor ca. 70 angereisten TurnierteilnehmerInnen an, die seine Entscheidung mit lautem Applaus begrüßten.
„Gorodki in Karlsruhe gibt es bereits seit über zehn Jahren. Trotzdem befindet sich unser Sport noch im Kindesalter und muss sich weiter entwickeln, “ so Edwin Feser. Als Ideenvater des Gorodki-Sports in Deutschland ist der 66-jährige überzeugt, dass dieses Spiel Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Kultur ansprechen kann. „Wir müssen uns auch weiterhin gemeinsam bemühen und  interessierte Personen und Gruppen unterstützen. Um dazuzulernen spielt der Erfahrungsaustausch eine wichtige Rolle. Wir wollen mehr Kinder und Jugendliche gewinnen aber auch Frauen, die sonst eigentlich weniger Möglichkeiten haben sich sportlich zu engagieren“, so Feser.
Aus diesem Grund haben die Organisatoren im Rahmen der Veranstaltung einen offenen deutschen Frauenpokal ausgeschrieben. Dieser Ausschreibung folgten neben deutschen Spielerinnen auch sechs Teilnehmerinnen aus Weißrussland sowie die amtierende Gorodki-Weltmeisterin aus St. Petersburg: Kseniya Churakova.
„Wir merken mit jedem Jahr eine deutliche Qualitätssteigerung bei Spielerinnen und Spielern in Baden-Württemberg aber auch bei Gästen aus anderen Bundesländern“, stellte Roman Marhulis vom Schul- und Sportamt Karlsruhe (SuSA), der als Turnierleiter die Wettkämpfe koordinierte, fest. Gemeinsam mit dem Programm „Integration durch Sport“ beim Landessportverband Baden-Württemberg e. V. (LSV) beteiligt sich das SuSA im Rahmen der kommunalen Integrationsarbeit an der inhaltlichen Gestaltung, Planung und Umsetzung des traditionellen Gorodki-Turniers. Auch die Integration der Gorodki-Abteilung in den Fußballverein Grünwinkel hat das SuSA unterstützt.
Einen regen Austausch unter den Teilnehmenden konnte man an allen drei Tagen auf dem Gorodkiplatz sowie bei einem Infoabend im Vereinsheim des FV Grünwinkel beobachten. Eine lange Anreise nach Karlsruhe nahmen nicht nur ausländische Gäste auf sich. Auch VertreterInnen aus Schwerin, Berlin sowie Sachsen-Anhalt, Friedrichshafen, Reutlingen und Schwäbisch Gmünd reisten nach Karlsruhe. Das traditionelle Gorodki-Forum gilt mittlerweile als eine wichtige Austauschplattform sowohl für erfahrene SpielerInnen als auch für Anfänger. Neben Empfehlungen von Fachleuten können sie hier über die Arbeit in anderen Vereinen erfahren. „In Berlin ist das Gorodki-Spiel noch weitgehend unbekannt, aber wir möchten es im Rahmen des Programms „Integration durch Sport“ unseren Vereinen und Projektpartnern anbieten“, so Paul Schlee von der Sportjugend Berlin. „Ich konnte hier nicht nur praktische Erfahrungen mit dem Gorodki-Spiel machen, sondern auch viele nützliche Informationen bekommen“, freute er sich wie auch viele andere darüber. 
Nach spannenden Spielen standen am Sonntagmittag auch die Siegerinnen und Sieger fest. Der Frauenpokal ging nach Weißrussland.  Alexandra Melnikova aus Molodechno konnte sich hier gegen starke Konkurrentinnen durchsetzen und wurde als Siegerin gefeiert. Bei den Männern hatte Raimund Scheifel aus Karlsruhe in der ersten Liga und Nikolai Sorotschinskij aus St. Petersburg in der zweiten Liga die Oberhand.
„Es ist natürlich wichtig, bei so einer Veranstaltung sportlich erfolgreich zu sein. Das gibt zusätzliche Motivation fürs tägliche Training. Aber wir freuen uns noch mehr über die vielen Anfänger, die erst seit kurzem dieses Spiel spielen und große Vorschritte machen“, stellte Svetlana Dieser von der SG Reutlingen zum Abschluss der Veranstaltung fest. 

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