Deutsche Volunteers brachten Gorodki in die Olympiastadt

"Das dieses alte russische Spiel Anhänger in Deutschland hat, hätte ich mir nie im Leben vorstellen könnte“, sagt Denis, peilt mit einem Wurfstock die Figur auf dem Spielfeld an und wirft ihn ganz geschickt dorthin. Der 23-jährige Volunteer aus Russland ist in Sotschi für die Betreuung der Olympiamannschaft aus Azerbaidjan zuständig. Am 13. Februar hat er sich extra Zeit genommen, um das Gorodki-Spiel kennen zu lernen. „Natürlich habe ich schon etwas über Gorodki gehört, aber es noch nie selbst gesehen und auch nicht spielen konnte“, sagt Denis und geht wieder in die Wurfstellung. So ähnlich ging es auch anderen 30 jungen Leuten am sonnigen Nachmittag im Volunteersdort Omega in Sotschi, wo Volunteers aus Deutschland ihre Kollegen aus anderen Ländern zu einem offenen Workshop eingeladen haben. „Wir mussten viel improvisieren, um einen geeigneten Spielplatz hier aufbauen zu können“, so Sergej Gergert aus Stuttgart, der mit fünf weiteren deutschen Volunteers dieses Angebot zusammen mit den Zuständigen Mitarbeitern des Volunteersdorfes organisiert hat und merkt weiter an: „auch wenn hier keine optimalen Bedingungen für dieses Spiel sind sehen wir, dass die Beteiligten es mit viel Begeisterung angehen“.  
Drei Tage davor beim „deutschen Abend“ im Volunteersdorf Omega haben die Organisatoren zum  geplanten Gorodki-Angebot über 300 anwesenden Volunteers eingeladen. Viele von ihnen haben angekündigt, daran teilnehmen zu wollen. „Die Arbeitszeiten bei den Volunteers, die olympische Veranstaltungen betreuen sehr unterschiedlich. Die arbeiten meistens im Schichtbetrieb und haben erst abends Zeit für Freizeitangebote“, erklärte Julia Olynik-Garbuz vom Organisationkomitee Sotschi 2014. Sie ist für das Volunteersdorf Omega zuständig und kennt die Situation gut - „bei anderen Umständen hätten wir viel mehr TeilnehmerInnen organisieren können. Ich selbst habe Gorodki noch nie gespielt und würde es sehr gerne kennenlernen“. 
Auch wenn das Gorodki ein ganz neues Thema für Volunteers in Sotschi war, gibt es in Krasnodar- Region, wo die Olympiastadt liegt erfahrene Gorodkispieler und Trainer. Einen von ihnen konnten die Gorodki-Experten aus Deutschland auch für das Angebot in Omega gewinnen. Zu einem erfahrenen Trainer aus Krymsk Sergej Smigunov, der während der Olympia in Sotschi arbeitete haben deutsche Gorodkispieler Kontakt aufgebaut und über ihre Idee - Gorodki mit Volunteers zu spielen erzählt. Der 63-jährige Gorodkitrainer, der seinerzeit sechsfacher Europameister war hat sofort seine Unterstützung angeboten und war vor Ort mit Rat und Tat dabei.
Nach einer Einführung in die Grundlagen des Gorodki-Spiel fand auf dem Spielplatz ein Gorodki-Blitzturnier statt und wie bei Olympia üblich ist wurden Siegerinnen und Sieger mit Medaillen geehrt.